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Den Servicevertrag verkaufst Du am Tag des Geräts – oder nie

Ich kenne kaum einen Satz, der in unserer Branche öfter fällt wie dieser: »Service machen wir, wenn was ist.« Er klingt pragmatisch, kundenfreundlich, unaufdringlich. In Wahrheit ist er der teuerste Satz, den ein Fachhändler seinem Endkunden sagen kann – und zwar für beide.

Warum? Weil der Moment, in dem ein Endkunde über Service nachdenkt, genau einmal kommt, und zwar zusammen mit dem Gerät. Beim Kauf ist das Budget offen, die Freigabe läuft ohnehin, und eine Zeile mehr im Angebot fällt nicht auf. Drei Monate später ist das Budget verbraucht, der Einkäufer im Urlaub, und niemand unterschreibt eine Wartung für Geräte, die ja gerade prima laufen. Dazu kommt: Viele Serviceverträge der Hersteller lassen sich nur in einem Zeitfenster nach dem Kauf abschließen. Wer das verpasst, verhandelt nicht mehr über den Preis, sondern über Kulanz.

Rechnen wir mit einem Beispiel: Ein Lager mit dreißig Mobile Computern, einer fällt aus. Ohne Vertrag heißt das: Kostenvoranschlag einholen, Freigabe, Einsendung, warten. Drei Wochen sind kein Ausreißer. In dieser Zeit fehlt nicht ein Gerät, sondern ein Arbeitsplatz. Setzt Du nur zwei Stunden verlorene Produktivität pro Tag zu 40 Euro an, sind das über fünfzehn Arbeitstage 1.200 Euro – die Reparatur noch nicht mitgerechnet. Leg daneben, was ein Vertrag für dieses eine Gerät gekostet hätte. Dein Endkunde macht diese Rechnung auch. Nur leider erst dann, und dann erinnert er sich nicht an den Hersteller, sondern an Dich.

Jetzt der unbequeme Teil, und er betrifft Dich, nicht den Endkunden: Viele lassen den Service weg, weil sie das Angebot nicht teurer machen wollen. Die Sorge ist verständlich. Aber Du konkurrierst nicht gegen den Preis des Wettbewerbers, Du konkurrierst gegen seine Ausrede. Wer ohne Service anbietet, ist beim Vergleich zwei Zeilen billiger und beim ersten Defekt drei Wochen weg. Über Geiz-ist-geil und Gesamtkosten habe ich schon geschrieben – der Servicevertrag ist die Stelle, an der sich diese Theorie in Euro zeigt.

Und dann geht in der Diskussion gern unter: Ein Servicevertrag ist wiederkehrendes Geschäft. Die Hardware verkaufst Du einmal. Der Vertrag hält den Kunden über Jahre bei Dir, erinnert Dich rechtzeitig an die Verlängerung und öffnet die Tür, wenn die Geräte ersetzt werden. Wer am Ende der Laufzeit den Kunden anruft, verkauft die nächste Generation. Wer keinen Vertrag hat, erfährt vom Austausch aus der Ausschreibung.

Was wir dazu beitragen: Wir führen die Service-Artikel der Hersteller und suchen Dir die passende Nummer zum Gerät heraus – was bei manchen Herstellern allein schon eine Wissenschaft ist. Du musst nicht wissen, welche Laufzeit mit welcher Abdeckung zu welchem Modell gehört. Du musst nur fragen. Oder noch besser: Lass uns bei jeder Hardware-Anfrage danach fragen.

Also: Schreib den Service in jedes Angebot, sobald ein Gerät in einem Prozess steckt, der stehen bleibt, wenn es ausfällt. Streichen kann ihn der Endkunde immer noch. Aber dann hat er ihn gestrichen, nicht Du – und an diesen Unterschied erinnert er sich, wenn das erste Display bricht.

Denn merke: »Den Service, den Du nicht anbietest, verkauft beim ersten Defekt Dein Wettbewerber.«

 

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