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Distributions-Mechanik: Broadliner vs. Spezialist – warum »alles für alle« bei uns scheitert

Es gibt zwei Urtypen von Distributoren, und sie könnten unterschiedlicher kaum sein. Der eine ist der Broadliner: ein gigantischer Katalog, von der Festplatte über den Toner bis zum Netzwerk-Switch, hunderttausende Artikel, »alles für alle«. Der andere ist der Spezialist: eine klar umrissene Welt – bei uns AIDC und POS, also Scanner, mobile Computer, Etikettendrucker, Kassensysteme, Security – aber die in jeder Tiefe. Beide nennen sich Distributor. Beide spielen ein völlig anderes Spiel.

Der Broadliner lebt von der Skalierung. Sein Vorteil ist die Breite: Ein Händler bekommt alles aus einer Hand, eine Rechnung, eine Lieferung, ein Login. Das ist bequem und für viele Standardprodukte genau richtig. Der Preis dafür ist die Tiefe. Wer 200.000 Artikel führt, kann unmöglich zu jedem die Person im Haus haben, die weiß, welcher Scanner bei minus 20 Grad im Kühlhaus noch liest, welcher Druckkopf zu welchem Etikettenmaterial passt, und warum dieses eine Terminal beim Roll-out in Frankreich zickt. Beim Broadliner ist das Produkt eine Zeile im Katalog. Beim Spezialisten ist es ein Handwerk.

Und genau hier scheitert »alles für alle« in unserer Nische. Unsere Produkte sind nicht selbsterklärend. Ein Scanner ist nicht einfach ein Scanner – es gibt Dutzende Varianten, Zubehör, Cradles, Firmware-Stände, Konfigurationen, Branchenlösungen. Ein Fachhändler, der ein Lager im Wert von einer halben Million bestückt oder ein Roll-out über 3.000 Filialen plant, will nicht mit einem Bestellportal reden. Er will jemanden, der die Produkte wirklich kennt, der konfiguriert, der staged, der schult, der das RMA im Griff hat und der ihm sagt, wenn ein Gerät für seinen Anwendungsfall die falsche Wahl ist. Diese Tiefe lässt sich nicht über 200.000 Artikel gleichmäßig dünn verteilen.

Ich will den Broadliner gar nicht schlechtreden – im Massengeschäft mit erklärungsarmen Produkten ist er unschlagbar effizient, und genau da gehört er hin. Aber unsere Branche ist kein Massengeschäft mit erklärungsarmen Produkten. Sie ist ein Lösungsgeschäft. Und ein Lösungsgeschäft belohnt den, der wenige Dinge richtig gut kann, nicht den, der viele Dinge irgendwie kann.

Deshalb haben wir uns bewusst gegen die Breite und für die Tiefe entschieden. Nicht, weil wir keinen größeren Katalog könnten, sondern weil „auch noch“ in unserer Welt fast immer »dann eben schlechter« heißt. Lieber 40 Hersteller, die wir in- und auswendig kennen, als 400, bei denen wir nur den Preis und die Verfügbarkeit nachschlagen können. Das ist keine Bescheidenheit – das ist Strategie.

Der Markt sortiert das übrigens von selbst. Auf Dauer gewinnt im Standardgeschäft die Größe und im Lösungsgeschäft die Tiefe. Wer versucht, beides gleichzeitig zu sein, wird meistens in der Mitte zerrieben: zu klein für die Skalen-Schlacht, zu breit für echte Expertise.

Denn merke: »Alles für alle heißt am Ende: nichts richtig für niemanden.«
 

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